Sommerexkursion am Samstag, 23. Juni 2018
Freitag, 14. Oktober 2016
Leitung: Hans Althaus und Christoph Vogel
Besammlung: 20:00 Uhr beim «Alten Schützenhaus», Rosengartenstrasse
Ende: ca. 22:00 Uhr beim Treffpunkt
Nachts im Wald, da ist allerlei los: Käfer und Spinnen suchen am Boden nach Nahrung, Nachtfalter fliegen und müssen sich in Acht nehmen vor Fledermäusen. Rehe und Wildschweine, Eulen, Fuchs, Dachs und Marder sind unterwegs. Mit vielfältigen Anpassungen können sie sich in der Dunkelheit orientieren. Vielleicht hilft uns der nahe Vollmond, die nächtlichen Waldbewohner besser zu sehen.
Warum Katzenaugen nachts leuchten
Fährt man mit dem Auto nachts durch die Gegend, leuchtet plötzlich am Strassenrand im Scheinwerferlicht ein Augenpaar auf: Eine Katze, ein Reh oder ein Fuchs? Solche Rückstrahler kennen wir als «Katzenauge» von unserem Velo. Mit einer Art Spiegel im Augenhintergrund werden die eintreffenden Lichtstrahlen reflektiert und nochmals auf die Sinneszellen der Netzhaut zurückgestrahlt. Dies bewirkt das charakteristische Aufleuchten der Augen angestrahlter Tiere in der Dunkelheit. Insgesamt sind Katzenaugen sechsmal lichtempfindlicher als die der Menschen. Ähnliche Restlichtverstärker benutzen Forscher, Jäger und die Armee bei ihren Nachtsichtgeräten. Tagsüber sind die Pupillen der Katze zu schmalen Schlitzen verengt, während sie in der Nacht gross und rund geöffnet sind.
Nachttiere haben meist auch grosse Augen, wie etwa die Eulen und die Haselmaus.So kann mehr Licht aufgenommen werden.
Fuchs und Dachs: Meisterriecher mit exzellentem Gehör
Der Geruchssinn von Fuchs und Dachs sind ähnlich ausgeprägt wie bei gut ausgebildeten Spürhunden. Ein totes Tier kann auf grosse Distanz geortet werden. Die Augen des Dachses sind klein für ein nachtaktives Tier, und deshalb vertraut er eher seinem Gehör und seinem Geruchssinn. Farben erkennt er nicht gut und wirklich scharf sehen kann er nur, was sich in unmittelbarer Nähe befindet.
Dachs und Fuchs sind vorwiegend nachts unterwegs, nicht nur im Wald, sondern auch im Siedlungsgebiet: Während der Fuchs in Komposthaufen und Abfallsäcken nach Fressbarem sucht, gräbt der Dachs in den Gärten Löcher in den Boden auf der Suche nach Engerlingen und Würmern. Tagsüber kommen diese Tiere fast nur im Frühsommer aus ihrem Bau. Dann warten dort eine Schar hungriger Jungtiere auf Nahrung.
Mit den Ohren sehen
Eine besondere Anpassung an die Dunkelheit haben Fledermäuse. Sie senden Rufe im Ultraschallbereich aus und nutzen sie zur Orientierung und zum Auffinden ihrer Beute. Da ihre Rufe im Ultraschallbereich liegen, sind sie für unser Ohr nicht hörbar. Erst über technische Geräte, wie etwa den «Batdetektor», der in mancher Fledermausnacht vorgeführt wird, werden die Fledermausschreie für uns hörbar: Verlangsamt und «tiefergelegt» können wir die kurzen Rufe wahrnehmen, die in der Nacht erschallen.
Auch Zugvögel sind nachts unterwegs
Die meisten Insekten fressenden Langstreckenzieher unter den Zugvögeln, wie z. B. die Grasmücken oder der Kuckuck, fliegen nachts. So gewinnen sie Zeit für die Nahrungssuche am Tag. Sie fliegen einzeln, aber bleiben durch Flugrufe in Kontakt mit Artgenossen. Vielleicht lassen sich diese Vögel beim Durchflug vor dem Vollmond beobachten.
Aufblühen im Zeitlupentempo
Die meisten Pflanzen schliessen ihre Blüten, wenn es Nacht wird. Eine Ausnahme bildet die Nachtkerze. Wenn es dämmert öffnet, sie ihre bis 10 cm grossen leuchtend gelben Blüten im Zeitlupentempo. Wie Laternen leuchten nun die prächtigen Blütenstände. Gegen Mittag des folgenden Tages schliesst sich die Blüte und fällt später ab. Am Abend öffnet sich bereits die nächste. Ihr leichter Parfümgeruch lockt die Nachtfalter an. Die Pflanze wächst gerne auf Pionierböden. Nachtkerzen sind eine Zierde für jeden Garten, da sie vom Juli bis in den Oktober blühen. Im Winter besuchen Erlenzeisige gerne die dürren Blütenstände und fressen die kleinen schwarzen Samen.
Hans Althaus
Stöckliackerweg 30
4800 Zofingen
062 751 93 58
h.r.althaus@swissonline.ch